
Update 19.10.2010: In der Zwischenzeit vermeldet Golem.de, dass WeTab mit dem Update auf WeTabOS 2.0 einige Verbesserungen eingeführt hat. Unter anderem soll nun endlich auch Multitouch funktionieren. Zeitgleich räumt WeTab einige Pannen beim Marktstart ein. Vielleicht kommt das Gerät nun in etwas ruhigeres Fahrwasser.
Ursprünglicher Artikel
Die Zeit-Online kommt beim Test des WeTabs zu einem vernichtenden Urteil: ”Das Beste, was sich derzeit über ihn sagen lässt, ist, dass er überhaupt funktioniert.” Sehr ernüchternd ist das im Artikel gezeigte Video zur Funktion des Beschleunigungssensors und der Displayrotation. Das Gerät schmiert einfach ab (Link zum Video).
Neben den Robustheitsschwächen des Geräts selbst, konnte Neofonie viele seiner Ankündigungen bisher nicht einhalten. Einige Beispiele sind Multitouch, Anbindung an Android-Market und vor allem das Gerätegewicht. Vorher mit unter 799g angekündigt, wiegt das WeTab bei Auslieferung nun 995g. Vielleicht hatte man ja die Batterie vergessen – kann passieren.
Gelernt hat man bei Neofonie sicherlich, dass die Entwicklung, Industrialisierung und Vermarktung eines solchen Produktes – insbesondere für ein kleines Unternehmen wie Neofonie – in seiner ganzen Komplexität weniger trivial ist, als man es sich noch bei der Ankündigung im April vorstellte. Dabei helfen auch potente Geldgeber im Hintergrund wenig, wenn grundlegende Skills für einen Produktlaunch dieser Größenordnung fehlen. Trotzdem sollte man den unternehmerischen Mut des Mittelständlern durchaus achten. Wie so häufig gilt: das Gegenteil von “gut gemacht” ist “gut gemeint”.