
Anbei eine kurze, schriftliche Zusammenfassung des Apple-Events vom 1. September 2010. Diesen Notizen folgen in Kürze formulierte Ausführungen und schönere Bilder. Inhaltlich wurden die folgenden Neuerungen vorgestellt: iOS 4.1, iOS 4.2 für iPad, neue iPod-Produktpalette, iTunes 10 und ein neues Apple TV. Erwartungen hinsichtlich iLife ’11 wurden leider enttäuscht. Viel Spaß beim Durchblättern.
iOS Updates

Zwei iOS Updates stellt Jobs auf der Keynote vor.
Das iOS 4.1 wird bereits nächste Woche für iPhones und iPod Touches verfügbar sein und enthält neben einer Vielzahl von Bugfixes einige neue Funktionen. Die Kamera kann nun HDR (High Dynamic Range) Fotos aufnehmen. Dazu werden drei Bilder unterschiedlicher Belichtung zu einem mit mehr Farbtiefe zusammengeführt. Apple spendiert dem iPhone zudem das Game Center, einer Art Social Network für Gamer.
Neben dem schnellen Update für das iPhone gibt Apple einen Ausblick auf das im November erscheinende iOS 4.2 für iPad. Neben allen bekannten Funktionen des iOS4 (Multitasking, Ordner, etc.) wird das iPad nun endlich drucken können. Apps werden dann eine Zusatzfunktion “Drucken” erhalten. Eine systemeigene “Print Center”-App verwaltet die Druckaufträge. Das iOS 4.2 Update wird gratis sein.
iPod Shuffle
Apple hat alle iPods vollständig überarbeitet. So sieht der iPod Shuffle wieder aus wie sein Vorvorgänger und erhält seine Knöpfe zurück – die VoiceOver-Funktion bleibt allerdings bestehen. Apple spendiert dem Kleinen zudem Genius Mixes und Playlisten. Die Batterielaufzeit beträgt 15h und das Angebot umfass 5 Farben.
iPod Nano
Während der Shuffle wieder beknopft ist, verliert der iPod Nano sein Klickwheel. Das Geheimnis um das in den letzten Monaten im Internet aufgetauchte 1,8″ Apple-Display ist gelüftet, der Nano kann nun Multitouch. Der Umstieg auf einen Touchscreen erlaubt eine gewaltige Reduzierung der Baugröße. Der neue Nano nimmt weniger als 50% des Volumens seines Vorgängers ein. So erscheint nun eine Clip-Befestigung für Kleidung und Armbänder als sinnvoll. Das Gerät hat eine Batterielaufzeit von knapp 24h (Musik) und ist in 7 Farben erhältlich. Es kann bereits jetzt bestellt werden und steht in ca. einer Woche zur Auslieferung bereit. Mein Eindruck: sehr hübsch geworden, würde aber persönlich den
iPod Touch
bevorzugen.
Dieser erhält technisch die wichtigsten Features des iPhone 4 und rückt in Sachen Performance gefährlich nahe an seinen fernsprechenden Bruder heran. Die Baugröße hat sich vor allem in der Tiefe reduziert; das neue Gerät ist knapp halb so dick wie sein Vorgänger. Apple A4 Prozessor, Retina Display, 3-Axen Drehratensensor versprechen aussreichend Spieleperformance und die Front-Kamera mit FaceTime Spaß mit Videokonferenzen. Die Batterielaufzeit beträgt ca. 40h (Musik). Nächste Woche wird der iPod ausgeliefert, bestellt werden kann natürlich schon jetzt. Natürlich ist der iPod Touch gut gelungen, obwohl er im Gegensatz zum Nano nur eine konsequente Portierung von iPhone-Technik in einen Music-Player darstellt. Spektakulär war er deswegen nie – muss er aber auch nicht.
iTunes 10
iTunes 10 erhält zwei nennenswerte Neuerungen: das Design und ein Social Network für Musik, welches den Namen Ping trägt. In Sachen Design verliert iTunes 10 gegenüber der Version 9 deutlich an Farbe. Neben einem neuen iTunes Logo ist die Seitenleiste ist nun grau in grau gehalten. Das sieht gut aus, erschwert aber etwas die Bedienung – die Kontraste zwischen den einzelnen Rubriken fehlen mir persönlich ein wenig.
Das neue soziale Netzwerk Ping ist in iTunes 10 integriert und verfolgt die klassischen Ansätze von Verfolger und Verfolgtem (also “Freunden”), Neuigkeiten, Kommentaren und persönlichen Favoriten. Dies soll der Suche nach und dem Kauf von Musik eine neue Dimension verleihen. Neben diesen nennenswerten Neuerungen gibt es kleinere Erweiterungen im Bereich der Ansichten. Leider hat sich der Suchkomfort im App Store auch bei iTunes 10 nicht verbessert.
Apple TV … one more thing

Steve Jobs stellt ein neues Apple TV vor, welches ca. ein Viertel so gross ist wie sein Vorgänger. Die Anzahl der Anschlußmöglichkeiten wurden entsprechend auf Power, HDMI, Ethernet und Wifi reduziert. Dafür soll das Apple TV kaum noch Wärme erzeugen. Ein Leid, welches viele Besitzer des Vorgängers plagten.
Mit dem Gerät wird ein neues Leihmodel für Medien bei Apple wird umgesetzt. In Zukunft werden keine TV-Inhalte mehr zum Kauf angeboten. Für die meisten Medien und Filme sollte dies kein Problem sein, nur wenige Filme möchte man ewig auf seiner Festplatte sehen. Medien werden dann zentral aus der Cloud gestream’t. Eine hohe Bandbreite setzt Apple damit voraus. Ansonsten heisst es in iTunes auf dem Mac ausleihen, herunterladen und dann via AirTunes im lokalen Netz streamen.
Die Preisgestaltung für Leihfilme wurde etwas optimiert; so sind Fernsehshows bereits für 0.99 USD zu mieten, Spielfilme kosten im HD-Format immer noch 4.99 USD (Neuerscheinungen) und in SD legt man nun etwas weniger Geld auf den Tisch: 2.99 USD. Neben den bekannten Diensten wie YouTube, MobileMe und Flickr hat Apple Netflix in die Software integriert. Dies sollte aber primär für amerikanische User von Interesse sein.
Das GUI sieht eher so aus wie bisher. Es wurde geringfügig erweitert, zum Beispiel durch ein Rotten Tomatos Rating im iTunes Store. Mit AirPlay lassen sich nun auch Medien direkt von iOS Mobilgeräten auf das AppleTV Streamen. Dies gilt für Videos, Musik und Fotos (Slideshows) .. wer das braucht wird es auch gut finden.
Trotz des verbauten Apple A4 Prozessors, der die Vermutung einer iOS-Basis nahe legt, wurden all jene enttäuscht, die Apps auf dem Apple TV erwarteten. Nicht wenige haben sich das Apple TV bereits als Spielkonsole weiter gesponnen.
Zu einem sehr günstigen Preis von 99 USD (in Deutschland leider 119 EUR) wird das Apple TV in vier Wochen in 6 Ländern (darunter auch Deutschland) verfügbar sein. Bestellen kann man das Gerät schon jetzt. In den Karton legt Apple übrigens neben das Apple TV und das Stromkabel auch die schöne Aluminiumfernbedienung.
Mein Fazit: für denjenigen, der noch kein Apple TV hat, aber dafür eine hohe Internet-Bandbreite, ist das Apple TV 3 ein kostengünstiger Einstieg. Wer bereits ein altes Apple TV besitzt, dem bringt das neue reichlich wenig an Mehrwert.


