… oder wie flexibel sind Elgato’s DVB-T Gadgets? Nachdem ich mein Haus von Kabelfernsehen auf DVB-T umgestellt habe, wurde der Ruf nach einer Mac-kompatiblen Lösung zum Überall-Fernsehen laut. Auf dem Markt tummeln sich Produkte, die DVB-T in meine heimische Rechnerwelt bringen konnten. Die letztendliche Entscheidung fiel auf einen Elgato EyeTV-USB-Stick nebst EyeTV3-Software. Dieser funktioniert einwandfrei an dem iMac und an dem MacBook. Aufgrund der geringen Kosten – aber auch wegen der außergewöhnlichen Optik – dient ein iMac G4 (die Schreibtischlampe) als Mediencenter in meinem Wellness-Keller. Mangels USB2-Standard und ohnehin schlechtem Signal war die USB-Stick-Lösung hier leider nicht zielführend. Trotzdem musste auch dort eine Anbindung an das Digitalfernsehen realisiert werden. Aber wie? Die Alternative, das Elgato 410, welches sich anstatt mit USB via FireWire mit dem Mac bindet, schied wegen des fehlenden Antennenanschlusses im Kellerraum aus. Wie bekam ich nun ein DVB-T Signal dort hin? Per Netzwerk-Stream!
TV Netstream
Das eyeTV-Netstream DTT erlaubt es mehreren Rechnern maximal zwei unterschiedliche (Dual-Tuner) Kanäle zu empfangen. Dazu wird das DVB-T Signal umgewandelt und per Ethernet in das heimische Netzwerk eingespannt. Über einen WLAN Router können die Fernsehdaten dann drahtlos an die Geräte übermittelt werden.
Das klingt doch vielversprechend. In der Bucht fand ich einen Anbieter, der Vorführgeräte günstig anbot – gekauft, in der Nähe einer Antennenbuchse plaziert und angeschlossen. Übrigens: jedes Netstream-Gerät hat eine eindeutige Kennung. Somit ist es möglich – sofern gewünscht – mehrere Geräte im Netzwerk zu platzieren. Die Installation, war wie bei Elgato zu erwarten, kinderleicht. Die installierte EyeTV3-Software fand den Tuner sofort und der Sendersuchlauf ermittelte nach sehr kurzer Zeit 32 Programme. Elgato funkte freundig Fernsehen auf das Macbook und den Intel-iMac.
Lösung für Intel-iMacs?
Auf jeden Fall, denn der Netstream DDT bindet aktuelle Apple-Rechner problemlos ein und dem Fernsehgenuss steht nichts im Wege. Für mich relevanter war allerdings, ob die Schreibtischleuchte im Keller nun in der Lage sein wird, ein Live-Signal zu empfangen.
Lösung für Power-PC iMacs?
Leider nein, denn die Netstream DTT Software setzt unbedingt einen Intel-Mac voraus. Der Umweg geht über den Intel-iMac als Aufnahme-Rechner und Medienserver. Bei diesem kann sich die PowerPC betriebene Schreibtischlampe dann über iTunes bedienen. Ein Live-Stream ist somit nicht möglich.
Streamen auf iPad und iPhone?
Auch das Streamen auf iPhone/iPad funktioniert zur Zeit nur wenn ein Mac als Host zur Verfügung steht. Die iPhone/iPad-Software erkennt das Netstream DTT zwar, lässt sich aber mit diesem nicht verbinden. Gerüchte besagen, Elgato arbeitet an einer Lösung das Mobilgerät direkt mit dem Netstream DTT zu verbinden. Bis dahin gilt: immer erst den iMac dazu schalten und über diesen Umweg strömen lassen.
Fazit
TV Streaming für den Mac ist eine gute Idee, bisher aber nur für Mac OS-X Rechner auf Intel-Basis wirklich sinnvoll. Alte Geräte, wie der wunderschöne iMac G4, werden leider nicht mehr unterstützt. Hier hilft der Umweg über iTunes und man tröstet sich damit nun endlich TimeShift im Keller zu haben. So muss man sich für manche Funktionen wohl endgültig von den alten Geräten verabschieden.
Enttäuschend ist hingegen, dass Elgato bisher keine Lösung für iPhone und iPad parat hat, die das Videosignal direkt über den WLAN-Router auf das Mobilgerät bringt. Hier wäre ein Live-Erlebnis ohne Zwischenrechner wünschenswert. Das Überall-Fernsehen im heimischen Netzwerk ist also auf einem guten Wege, aber eben noch nicht ganz perfekt.


