Die bekannteste Methode der Ideenvisualisierung und Gedankenordnung ist sicherlich das Mindmapping (Wikipedia-Link). Eine Mindmap (Gedankenlandkarte) stellt Ideen und Gedanken in Form eines Baumdiagramms in Bezug zueinander. Somit werden Mindmaps gerne beim sogenannten Brainstorming (Problemlösung durch freies Denken ohne bestimmte Regeln und analytische Methoden, meist in Gruppen) verwendet um die freie Gedankenentfaltung zu fördern, die Ergebnisse aber nachvollziehbar festzuhalten.
Im AppStore werden für das iPad eine Vielzahl an Apps feil geboten, die Mindmapping auf dem Touch-Screen unterstützen. Die meisten dieser Anwendungen sehen allerdings mehr nach trockener Arbeit, denn nach Spass und Kreativität aus. Sie sind deshalb – vom Prinzip her – für ein Brainstorming recht unattraktiv. Hier differenziert sich “Popplet” (AppStore-Link) deutlich von seinen Wettbewerben. Popplet ist bunt, leicht zu bedienen und bietet eine Reihe interessanter Funktionen.
Die Macher von Popplet haben versucht dem User ein möglichst kreatives Umfeld zu schaffen. So lassen sich auf einer freien Fläche prinzipiell nur zwei Formen generieren: Boxen und Linien. Die Boxen tragen den Inhalt der Idee. Dies kann ebenso Text sein wie Bilder und Freihandzeichnungen. Die Boxen lassen sich in Größe und Farbe verändern, frei mit den Fingern über dem Bildschirm bewegen und beliebig anordnen. Linien verbinden die Boxen untereinander und können so einen inhaltlichen Zusammenhang herstellen. Wie es sich für ein ordentliches Mindmapping gehört, bleiben die Verbindungen unabhängig von der Position oder der Größe der Box bestehen. Popplet ist auf 100 Boxen je Mindmap limitiert. Darüber hinaus würde ein Baum aber ohnehin äußerst unübersichtlich werden.
Benutzeroberfläche
Die Farbgebung ist “pastellig” und die Gestaltung der Formen (Boxen und Linien) stellen sich als eine Melange aus 60er Jahre Wohnungsinterieur und Lounge-Comic dar.
Eine Box wird durch doppelten Fingertip auf der Arbeitsfläche erzeugt. Es erscheinen nun kleine Buttons (Bild rechts), mit denen der Inhalt, die Größe und die Farbe der Box bearbeitet werden können. Die Textgröße kann in drei Stufen verändert und linksbündig, rechtsbündig oder zentriert ausgerichtet werden. Um den Boxen Bilder hinzuzufügen, greift die App auf die Foto-Bibliothek des iPads zu. Die Zeichenfunktion erlaubt sowohl das Zeichnen in die leere Box als auch direkt auf eingefügte Bilder. Popplet glättet automatisch Handskizzen, damit wirken diese auch bei zittriger Hand noch recht hochwertig.
Für Linien stehen jeweils an jeder Kante der Box ein Verbindungspunkt zur Verfügung. Die Linien bleiben aber stets eine Gerade, leider auch wenn eine andere Box im Weg ist. So zwingt einen Popplet zu etwas Ordnung auf dem Schreibtisch.
Wichtige Funktionen
Eine Mindmap macht nur dann Sinn, wenn das Ergebnis in nützlichen Form weiter verwendet werden kann. Popplet erlaubt den Export von JPG und PDF. Der PDF Export bleibt dabei eine Vektorgrafik und ist somit später frei skalierbar.
Ein klarer Pluspunkt ist die Einbindung des VGA-Ausgangs des iPads. Popplet arbeitet mit dem VGA-Connector zusammen und eignet sich damit als Brainstormingwerkzeug in Arbeitsgruppen am Beamer.
Erster Eindruck
Popplet ist erfrischend anders (nette Floskel) und macht trotz des nicht gerade niedrigen Preises von 6,99 EUR Spaß. Wie produktiv sich Popplet in im Büroalltag schlägt, werde ich in den nächsten Tagen sicherlich erleben können.


