Seit gestern gibt es Apple’s Bürosoftware iWork auch für das iPad in Deutschland. Für 7,99 EUR erhält man jeweils die Textverarbeitung Pages, die Tabellenkalkulation Numbers und das Präsentationstool Keynotes. Damit hat man für knapp 24 EUR eine fast vollständige Office-Suite auf dem Tablett. Natürlich musste ich iWork direkt nach dem Download einem Schnelltest unterziehen. Der erste Eindruck “be”eindruckt. iWork ist wirklich schön gemacht. Zwar kannte ich die Suite aus verschiedenen Medienberichten (inkl. Keynote) und hatte schon eine erste Idee durch Screenshots und US-Blogs bekommen, iWork live zu erleben – auf dem eigenen Gerät – löste trotzdem einen “Aha”-Effekt bei mir aus. Ernüchterung stellte sich in einigen Bereichen aber auch ein.
Pages (sehr gut)
Pages wirkt sehr ausgereift und die wichtigsten Funktionen sind drin. So lassen sich Absätze mit den üblichen Stilen (wie z.B. Überschriften) vernünftig strukturieren, der Umgang mit Fotos und Grafiken hinsichtlich Textfluss, Maskierung und Layout ist einfach und auch die Formatierung des Textes ist intuitiv umgesetzt. Sehr praktisch ist die Korrekturfunktion. Da Tabletts Schreibmaschinen mit mäßiger Ergonomie sind, hilft die Korrekturfunktion bei Tippfehlern ungemein. Einfach auf das falsch geschriebene Wort tippen und Pages schlägt einem die richtige Schreibweise vor. Dies erspart das mühsame Arbeiten mit Lupe und Cursor. Pages kann das Dokument nach vollendeter Arbeit als Pages für Mac, MS Word oder PDF versenden. Word-Anhänge in Mail können umgekehrt problemlos in Pages importiert werden. Insgesamt ein rundes Bild.
Numbers (befriedigend)
Tabellenkalkulationen erzeugen naturgemäß einen verhältnismäßig komplexen Workflow, wenn die Aufgaben eine gewisse Größe übersteigen. Numbers- oder Excel-User arbeiten mit einer Kombination aus vielfältigen Mausoperationen und Tastaturkürzeln um ihre Zahlen zu bewegen, zu verrechnen oder zu erweitern. Dies ist auf einem Tablett schwer umzusetzen. Numbers für iPad wird hier wie erwartet schnell an seine Grenzen geführt. Zu umständlich sind bestimmte Arbeitsabläufe (wie zum Beispiel Zahlenreihen und Formeln über Zellen hinweg zu erweitern), wenn man nur die Finger zur Verfügung hat. Auch die Diagrammfunktionen sind recht eingeschränkt. Um eine bestehende Tabelle kurz zu überarbeiten oder einfache Sachverhalte zu berechnen und darzustellen, reicht Numbers für iPad aus, für mehr aber auch nicht. Größter Schwachpunkt: kein MS Excel Export. Für‘s Business also wieder nur bedingt geeignet. Ich bin gespannt, was Apple hier über die nächsten Updates noch rausholen kann.
Keynotes (gut)
Apple‘s Präsentationssoftware für das iPad ist im Vergleich zur Mac-Version natürlich in seinem Funktionsumfang eingeschränkt, aber: es macht Spaß. Multitouch ist hier in seinem Element. Objekte hin- und herschieben, skalieren, maskieren, animieren, Schatten werfen, Spiegelungen ansetzen, u.s.w. Dies ist alles mit den Fingern problemlos möglich. Folienübergänge können mit den aus dem Mac bekannten Effekten gestaltet werden. Auch die Vorlagen sind weitestgehend vom Mac übernommen worden. Der Import von Powerpoint funktioniert – auch bei komplexen Präsentationen – gut. Der Export zu Powerpoint ist leider nicht möglich; lediglich Keynote und PDF werden als Formate beim eMail-Versand angeboten. Optisch ist Keynotes hingegen – genau wie Pages und Numbers – ein Leckerbissen. Zusammenfassend: großer Spaßfaktor, zum Präsentieren selbst absolut geeignet, für die Zusammenarbeit im Business aber noch nicht weit genug entwickelt.
Die Alternative
Office² HD bietet derzeit eine etwas bessere MS Office Integration. Zwar stellt die App aktuell noch kein Präsentationstool bereit, MS Word und Excel Daten lassen sich jedoch aus eMails heraus öffnen, bearbeiten und auch wieder versenden. Der Import funktioniert bei komplexen Dokumenten etwas schlechter als bei iWork. Das Exportieren im Microsoft-Format ist für Business-Anwender jedoch ein klarer Vorteil. Preislich positioniert sich Office² HD mit 5,99 EUR deutlich unterhalb von iWork.
Sind übrigens iWork und Office² HD installiert, bietet einem Mail die Möglichkeit zu wählen, mit welcher App man den Anhang öffnen will.
So weit mein erster Eindruck. Ich bin gespannt, was die nächsten Updates noch für Überraschungen liefern.
Quelle Bilder: ipadmag.de, apple.com, bytesquared.com


