Bei Twitter: kurzer Blick auf den Galaxyplayer 50! Dort läuft sogar die iOS Maps App :-D. http://t.co/ROdmPblw 2011-10-18
iPad 32GB Wifi: erste Praxiserfahrungen

Nachdem ich mich nun einige Zeit mit meinem WLAN 32GB auseinander gesetzt habe, kann ich Lob aussprechen aber auch üben. Das ist für den ersten Schuss sehr gut gelungen. An Haptik und Verarbeitungsqualität gibt es wie zu erwarten war keinen Zweifel. Das Gerät erfüllt den allgemein sehr hohen Standard von Apple-Produkten. Relevant ist aber die Praxistauglichkeit im Betrieb.

Erfreulicherweise bietet der App-Store in Deutschland schon ein reichhaltiges Angebot an iPad (der AppStore auf dem iPad ist für Deutschland noch nicht freigeschaltet, Apps müssen noch über iTunes geladen werden). Eins sei schonmal vorweg bemerkt: die Tatsache, dass auf dem iPad die alten iPhone-Apps laufen ist schön, aber wenig hilfreich. Die vergrösserte Darstellung der Apps sieht katastrophal aus, für die kleine Darstellung ist das Gerät zu gross. Die Nutzung von iPhone-Apps wirkt dabei ein so begeisternd wie ein Lenkrad, dass links und rechts aus den Seitenscheiben heraus ragt.

Die positiven Aspekte zuerst

Bedienung

Das iPad ist schnell, wahnsinnig schnell. Verzögerungen im Workflow auch bei schnellem App-Wechsel sind so gut wie nicht zu erleben. Manchmal treten kurze Ladezeiten auf. Diese fallen aber nicht ins Gewicht. Subjektiv wirkt das iPad deutlich schneller als das iPhone 3GS. Die Multitouch-Funktion spricht aufgrund der Größe des Displays und den damit verbunden stärkeren Auslenkungen der Scheibe bei Berührung deutlich sensitiver an. Man hat das Gefühl mit den Fingern nur noch über dem Gerät schweben zu müssen. Gesten werden in hoher Geschwindigkeit umgesetzt. Auch hier punktet das iPad klar im Vergleich zum iPhone.

Die “platte” Tastatur ist absolut tauglich für die täglichen kleinen Dinge. Umfangreiche Texte würde ich damit nicht schreiben wollen, aber dafür ist es eigentlich auch nicht konzipiert, trotz iWork. Im Landscape-Modus sind die Tasten so groß, dass selbst extrem kurzsichtige oder motorisch weniger begabte Menschen wenig Schwierigkeiten haben werden, diese zu treffen.

Multimedia

Das iPad ist eine echte Multimedia-Maschine. Videos werden in guten Farben angezeigt. Nichts ruckelt. Selbst die winzigen Lautsprecher erzeugen einen recht angenehmen Klang. Damit kann man iPad aus Videoplayer aufstellen, ohne zwingend Ohrhörer anschliessen zu müssen. Sehr praktisch bei Hotelübernachtungen und schlechtem Fernsehprogramm. iTunes verhält sich wie eine gesunde Mischung aus Mac- und iPod-Version. Es macht Spass und ist sehr leicht zu bedienen. Die Größe des Displays wird sinnvoll ausgenutzt.

EMail, Kalender & Kontakte

Der eMail-Client ist gelungen und verzichtet vollends auf übertriebenen Schnickschnack. Die Landscape-Ausrichtung ermöglicht dabei schnelleres navigieren, die Portrait-Darstellung ermöglicht entspanntes Lesen längerer Mails. Mit der Hilfe von Apps wie GoodReader (0,79EUR) lassen sich Anhänge gut betrachten. Auch wenn MS-Office Dokumente bei zu viel Gestaltungsfeatures etwas fehlerhaft dargestellt werden. Kontakte und Kalender sind grafisch gut aufgemacht. Für die Navigation sind einige clevere Touch-Scrollbars integriert. Mit einigen Gestenfeatures wie Blättern durch wischen, könnten beide Apps aber noch aufgepeppt werden.

Fotos

Ein Highlight ist sicherlich die App Fotos. Sie integriert neben schönen Gesteneffekten und Diashows auch die aus iPhoto bekannten Orte für geo-getaggte Bilder. Grandios ist die iPad-Adaption von Photogene (2,99EUR) , die nun auf einem Mobilgerät wirklich Sinn macht. In der Kombination aus SD/USB Adapter, Fotos und Photogene kann man schon recht viel erreichen. Mit einem entsprechenden iPad-Ständer hat man den sicherlich besten Fotorahmen, der derzeit auf dem Markt ist ;-).

Surfen

Safari zeigt sich auf dem iPad ebenfalls schlank und leicht zu bedienen. Die sog. Flash-Schwäche ist mir bisher noch nicht so ins Auge gesprungen. Wie Apfelblog.ch scheine ich auf den falschen Websites unterwegs zu sein. Trotzdem werte ich die Flashlosigkeit als echten Nachteil bewerten, gerade weil
die Batterielaufzeit wirklich das hält, was seitens Apple versprochen wurde. Leider lädt das iPad entsprechend sehr langsam und Energie will nur träge ins Gerät.

Verbesserungspotenziale

Bildschirm

Sehr störend ist die stark spiegelnde Oberfläche des Displays. Selbst in weniger lichtdurchfluteten Räumen, fällt die Reflexion negativ auf. Ans Surfen im freien ist kaum zu denken. Die Helligkeit des Displays auf “Maximal” zu stellen hilft hierbei etwas. Jedoch sollte man sich bei einem Gerät mit dem Einsatzzweck eines iPads über alternative Glasoberflächen Gedanken machen. Der Louvre hat da einiges in Ausstellung.

Trotz guter Farben könnte die Displayauflösung etwas höher sein. Das iPad hat zuweilen leichte Schärfeschwächen bei Schriften. Zum Surfen und für kurze Texte und Mails absolut ausreichend; als Ersatz für ein Buch jedoch unzureichend. Gerade in Kombination mit der stark reflektierenden Glasscheibe würde dem heiligen Tablet’le momentan nur bedingte eBook-Tauglichkeit attestieren. Defakto liest man Texte wie auf dem Bildschirm eines iMacs.

Multitasking

>Gerade die Anwendungsbreite des iPads schreit nach Multitasking. Wo ich es beim iPhone bisher nur bedingt vermisst habe, stört mich das Fehlen dieser Funktion beim iPad um so mehr. Ich hoffe, dass die Einführung des iPhone OS4 für das Tablett nicht allzu lang auf sich warten lässt.

Apps

Das größte Verbesserungspotenzial haben aber die Apps. Bisher finden sich primär Adaptionen der iPhone-Ware für grössere Displays im Store. Allerdings besteht in diesem Umfeld auch das geringste Risiko, dass dieser Zustand so bleibt. Der starke Wettbewerb unter den frisch geborenen Softwareschmieden wird sich hier in Kürze mit neuen Funktionen überwerfen. Vor allem wünsche ich mir eine ebenso gute bi-direktionale Integration von Adressbüchern, Kalendern, eMails und Fotos in Programmen von Drittherstellern, wie man es auf dem Mac gewohnt ist. Business-tauglich ist es mit den bisher zur Verfügung stehenden Anwendungen noch nicht.

Zusammenfassende Statements

Ist es ein gut entwickeltes Produkt?
Ja, diesen Eindruck habe ich.

Ist es sein Geld wert?
Diese Frage ist bei Apple nur emotional denn rational zu beantworten: ja. Wenn man sich den knapp 600 EUR immer noch wohl fühlt, wird es sein Geld wert gewesen sein.

Ist der Hype um das Gerät gerechtfertigt?
Nein, das iPhone hat bei mir damals einen größeren Aha-Effekt erzielt.

Kann das Gerät eine Revolution auslösen?
Eine kleine, kein Mensch wird mehr Netbooks kaufen, wenn auch der Wettbewerb entsprechende Gerät zu bezahlbaren Preisen in den Markt geworfen hat. Allerdings: welche Antwort hat der Wettbewerb auf den App-Store?

Braucht Apple schnell eine zweite Generation?
Wenn die Menschheit eine Cam braucht und viele Bücher lesen will, ja. Sonst nicht.


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Beitragsinfo
Autor dk
Update18. Mai 2010 um 4:40
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