Kurz nach der Veröffentlichung der Verbesserungen an iWork.com habe ich der ganzen Sache einen Kurztest unterzogen. Dabei musste die Familie Thomson aus den Layoutvorlagen von Pages dran glauben. iWork.com ist primär dazu gedacht eine Zusammenarbeit im Office-Bereich dahingehend zu ermöglichen, dass mehrere Autoren an einem Dokument “arbeiten” können. Das Prinzip ist denkbar einfach. Man erstellt ein iWork-Dokument und teilt es mit anderen seiner Wahl in der Hoffnung, dass sie konstruktive Beiträge zu Inhalt und Gestaltung liefern – im Neudeutschen: sie sollen das Dokument “reviewen”. Dazu kann der Reviewer das Dokument und bestimmte Teile des Dokumentes kommentieren, oder es in den Formaten iWork, PDF oder MS Office zur weiteren Bearbeitung auf den heimischen Rechner laden. Für ganz eilige gibt es eine speziell für das iPhone optimierte Weboberfläche (iWork.com erkennt den Mobile-Safari Browser). Hier darf jedoch nur betrachtet, nicht kommentiert werden. Hat man ein Dokument anderen zum Beispiel über Pages bereit gestellt wird eine eMail mit einer URL versendet. Der Betrachter erhält dann eine Übersicht wie folgt:
Die mobile Darstellung ist fast deckungsgleich. Öffnet man eins der Dokumente so erhält man verschiedene Optionen der Kommentierung.
Neben den Profilinformationen des Autors (Dieser kann den Artikel nun auch gänzlich öffentlich stellen) ist eine Liste der zur Bearbeitung eingeladenen Benutzer, sowie ein kleines Fenster für allgemeine Dokumentennotizen. Die Kommentierung des Dokuments selbst erfolgt nach Markierung zum Beispiel einer Textpassage über einen Kommentierungsbutton in der Kopfzeile. Der Download-Button bietet die o.g. drei Formate an. Die Darstellungsgröße lässt sich ebenfalls einstellen. Bei mehrseitigen Dokumenten kann links eine Übersichtspalte mit kleinen Vorschaubildern für jede Seite eingeblendet werden.
Insgesamt funktioniert die Sache ganz gut. Allerdings wird ein Apple-Account verlangt, den die meisten Benutzer über iTunes oder MobileMe eh haben. Die Zusammenarbeit ist jedoch unidirektional. Eine direkte Bearbeitung des Dokumentes im Browser ist nicht möglich. So bleibt dem PC-Nutzer nur die Möglichkeit ein MS-Office-File herunter zu laden und dieses dem iWork-Jünger per eMail überarbeitet zurück zu schicken. iWork.com bietet also kein Dokumentenmanagement für Arbeitsgruppen. Dies ist aber offensichtlich auch nicht als solches ausgelegt. Ob die ganze Sache als Bezahlservice erfolgreich wird bleibt abzuwarten.
Fazit
iWork.com funktioniert schon recht gut und ist optisch wie zu erwarten ein Leckerbissen. Die Anwendung ist jedoch meines Erachtens auf kleinere, sehr stark verteilte Arbeitsgruppen limitiert. Das Fehlen von Versionsmanagement und Bearbeiten eines Dokumentes durch mehrere Autoren limitieren professionelle Anwender zum Beispiel in Wissenschaft und Technik stark. Allerdings ist dies erst eine erste Version, inwieweit iWork.com in der Zukunft funktional wächst ist sicherlich spannend.
Ich persönlich brauche es nicht, aber ein kleines Experiment kann ja nicht schaden.
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