Glaubt man einigen Meldungen im Internet (zum Beispiel dieser), wollen die meisten Smartphone-Nutzer das iPad im geschäftlichen Umfeld nutzen. Ich gehöre übrigens dazu und plane meine traditionelle Schreibkladde und mein Netbook – zumindest ausserhalb meines Büros – vollständig durch das iPad zu ersetzen. Was sind aber die grundlegenden Anforderungen, damit dies auch möglich ist? Ich habe meinen Arbeitsalltag reflektiert und überlegt in welchen Situationen ich das iPad wie nutzen würde. Aus diesen Gedanken heraus kommt man schnell auf einige grundlegende Funktionen, die das iPad mitbringen sollte:
eMails
Die Mutter aller Funktionen – eMails zu schreiben und zu lesen – sollte auch beim iPad über einen Microsoft Exchange-Server möglich sein. Dies scheint seit der Veröffentlichung der neuesten Informationen auf Apples iPad-Site sichergestellt. Alternativ wäre aber auch eine Anbindung an andere Collaboration-Tools wie zum Beispiel Novel Groupwise oder Lotus Notes wünschenswert. Für Groupwise gibt es heute bereits iPhone-Lösungen. Dass diese auf das iPad übertragen werden, gilt wohl als wahrscheinlich. Die im Vergleich zum iPhone oder anderen Smartphones grössere Tastatur bringt definitiv einen Fortschritt, dies muss nicht gesondert diskutiert werden.
Termine und Aufgaben Managen
Termine einzustellen und sich frühzeitig warnen zu lassen sind Standarddisziplinen. Dies kann das iPhone auf brauchbare Weise. Richtig sinnvoll wird der Terminplaner aber erst dann, wenn die Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen durch Einladungen und Aufgaben gefördert wird. Dies funktioniert auf dem iPhone momentan noch leidlich. Auch eine To-Do-Liste bietet das iPhone nur über Zusatzapps. Hier wünsche ich mir beim iPad besser integrierte Lösungen, insbesondere für Groupwise. Durch das im Vergleich zum iPhone deutlich grössere Display ist der Umweg über entsprechende Webinterfaces nicht mehr ganz so fingerbrechend. Bis zum Erscheinen entsprechender nativen Lösung kann man sich damit also über Wasser halten.
Meeting Minutes und Informationsverwaltung
Ein grosser Vorteil elektronischer Geräte gegenüber einer Schreibkladde ist sicherlich, dass Gesprächsnotizen mit Skizzen, Präsentationen, Tabellen oder eMails verknüpft werden können. Dies erleichtert einem ungemein die Suche nach Inhalten vergangener Besprechungen und den dazu gehörigen Zusatzinformationen. In der Schreibkladde blättert man sich dabei den Wolf und durchforstet danach die Server nach korrespondierenden Texten und Präsentationen. Die zu dem Vorgang passenden eMails sind dann noch lange nicht gefunden. Als ich erste Gerüchte las, dass Filemaker auch eine Bento-Version (Screenshots bei AppAdvice) für das iPad plant, konnte ich diese Anforderung als wahrscheinlich erfüllt abhaken. Die Portierung von Bento für iPhone auf grosse Displays liegt wirklich fast auf der Hand.
Informationssuche im Internet
Klar, dafür wurde das iPad quasi erfunden.
Office Anwendungen und Präsentationen
Sicherlich kann das iPad keinen Rechner mit ordentlicher Tastatur und grossem Display beim Schreiben von Texten und Vorbereiten von Präsentationen ersetzen. Die gute alte Schreibkladde kann das aber auch nicht. Für den Einsatz im Business sollte es jedoch mindestens möglich sein, MS Office Dateien (Dokumente, Tabellen, Diagramme, Präsentationen) jederzeit betrachten zu können. Auch kleinere inhaltliche Änderungen sollten bequem und schnell möglich sein. Schliesslich findet man kurz vor der Präsentation immer noch mal einen kleinen Schreibfehler. Die Umsetzung von Apples iWork für das iPad ist lobenswert und der projektierte Preis ist auch völlig in Ordnung. Leider arbeitet aber quasi die ganze Geschäftswelt des Erdballs immer noch auf Microsoft-Office. Das iPad sollte dieser traurigen Realität auf jeden Fall gerecht werden. Dabei schliesse ich das Vermeiden von gravierenden Darstellungsfehlern von MS-Office-Dokumenten natürlich ein. Ich bin gespannt.
Die Kür wäre schlussendlich noch eine Schnittstelle zu handelsüblichen Beamern. Ich hoffe, dass sich die Goddie-Industrie hier noch was einfallen lässt.
Nachtrag: das wäre dann geklärt, gibt es bereits im amerikanischen Apple-Store für 29 USD zu kaufen.
Sprachen übersetzen
Übersetzungstools gibt es heute bereits auf dem iPhone. Diesen Trend weiter zu pflegen wäre insbesondere beim iPad hilfreich, da sich Fremdsprachen durch alle oben genannten Bereich ziehen. Hier wäre eine gute Volltextübersetzung auf dem grösseren Display denkbar.
Geschäftsreisen
Apps wie Karten und der Mobile Safari setzen der Reiseplanung keine Grenzen. Dank der stellbaren Hülle lässt sich das iPad auch in kleinen Hotelzimmern als komfortable, mobile Videomaschine einsetzen. Gerade bei späten Dienstreisen ohne Abendprogramm ist dies sehr nützlich und auf knapp 10“ Diagonale ein weitaus besseres Erlebnis als auf dem iPhone.
Allgemeine Verbesserung des Workflows
Dies verspricht jedes elektronische Arbeitsgerät. Inwieweit dies beim iPad zutreffen wird, zeigt sich im ersten Praxistest. Ich werde das Gerät an den oben genannten Anforderungen messen, sobald ich es in der Hand und im Einsatz habe. Vielleicht werde ich dann meine Praxiserfahrungen mit dem Tablett niederschreiben. Bis dahin vergeht aber leider noch etwas Zeit.
Updates zu diesem Thema
- Kurztest iWork für iPad (Mai 2010)
- Editor’s Choice: iPad Apss im deutschen AppStore (Mai 2010)



